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MIPS, WaveCel & Co.: Wie viel Sicherheit steckt wirklich in modernen Kinderhelmen?

  • 9. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr.

Kind mit Velohelm – Unterschiede zwischen MIPS, WaveCel und Koroyd einfach erklärt.
Sicherheitssysteme wie MIPS, WaveCel oder Koroyd unterscheiden sich im Aufbau – Swiss Kids Safety erklärt die wichtigsten Unterschiede.

Kinderhelme haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Besonders das System MIPS ist vielen Eltern ein Begriff – oft verbunden mit der Vorstellung, dass es „der sicherste Helm“ sei. Doch stimmt das wirklich? Und welche Alternativen gibt es?

Dieser Beitrag erklärt verständlich, was hinter den verschiedenen Technologien steckt – und worauf Eltern in der Schweiz wirklich achten sollten.


Was ist MIPS überhaupt?

MIPS steht für Multi‑Directional Impact Protection System. Es soll Rotationskräfte reduzieren, die bei einem schrägen Aufprall entstehen. Dazu befindet sich im Helm eine dünne, bewegliche Schicht, die sich beim Sturz leicht verschiebt.


Die Idee dahinter:   Weniger Rotationsenergie = geringeres Risiko für Hirnverletzungen.


Ist MIPS wirklich der Gamechanger?

Hier wird es spannend: Obwohl MIPS sehr populär ist, gibt es keine öffentlich zugänglichen, unabhängigen Langzeitstudien, die eindeutig beweisen, dass MIPS im Alltag deutlich sicherer ist als andere Systeme.

Das bedeutet nicht, dass MIPS schlecht ist. Es bedeutet nur:

  • MIPS ist eine Lösung, nicht die einzige.

  • Die starke Wahrnehmung kommt auch durch Marketing.

  • Andere Technologien verfolgen denselben Zweck – teils mit anderen Ansätzen.


Für Eltern ist wichtig: Ein Helm schützt nur dann optimal, wenn er richtig sitzt – unabhängig vom System.


Kinderhelm Sicherheitssysteme im Vergleich

Damit du die Kinderhelm Sicherheit besser einschätzen kannst, erklären wir die wichtigsten Systeme wie MIPS, WaveCel und Koroyd.


Welche Alternativen zu MIPS gibt es?


1. WaveCel (Trek / Bontrager)

Eine wabenartige Struktur, die sich bei einem Aufprall kontrolliert verformt.

Vorteile: sehr gute Energieabsorption, stabil

Nachteil: etwas schwerer, weniger Kinderhelme verfügbar


2. Koroyd (Smith)

Besteht aus vielen kleinen Röhrchen, die wie Strohhalme aussehen.

Vorteile: extrem leicht, gute Belüftung

Nachteil: eher im Premium‑Segment


3. SPIN (POC – ältere Modelle)

Gel‑Pads im Helm, die sich bei einem Sturz verschieben.

Vorteile: angenehm zu tragen

Nachteil: wird zunehmend durch MIPS Integra ersetzt


4. Klassische EPS/EPP‑Kombination

Viele Helme setzen auf eine Mischung aus hartem und elastischem Schaum.

Vorteile: robust, bewährt, preislich attraktiv

Nachteil: kein expliziter Rotationsschutz


Welche Hersteller nutzen welche Sicherheitssysteme?

Damit Eltern sich im Markt besser orientieren können, zeigt diese Übersicht, welche Hersteller welche Sicherheitssysteme verwenden – von MIPS über WaveCel bis hin zu Koroyd und LED‑Fokus‑Marken wie Lumos.


Hersteller & verwendete Sicherheitssysteme

Hersteller

Verwendetes Sicherheitssystem

Hinweise für Eltern

POC

MIPS Integra (früher SPIN)

Premium‑Helme, sehr gute Passform

Giro

MIPS (klassisch) / ohne MIPS

Gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis

Abus

MIPS (in vielen Modellen)

Alltag & Schulweg

Woom

Kein MIPS

Sehr leicht, ideal für jüngere Kinder

Trek / Bontrager

WaveCel

Alternative zu MIPS, sehr stabil

Smith

Koroyd

Sehr leicht, gute Belüftung

Hornit

EPS/EPP‑Konstruktion

Preis‑Leistung, Alltag

Lumos

Je nach Modell: ohne MIPS / optional MIPS

Fokus auf Sichtbarkeit (LED), Ultra & Nyxle optional mit MIPS


Was bedeutet das für Eltern?

Die wichtigste Erkenntnis:

Der beste Helm ist der, den dein Kind gerne trägt – und der perfekt sitzt.

Denn ein schlecht sitzender Helm mit MIPS schützt schlechter als ein gut sitzender Helm ohne MIPS.

Darauf solltest du achten:

  • richtige Grösse

  • waagrechter Sitz auf der Stirn

  • leichtes Gewicht

  • gute Belüftung

  • helle Farben & Sichtbarkeit

  • angenehme Polster

Wenn dein Kind den Helm gerne trägt, ist es automatisch sicherer unterwegs.


Fazit

MIPS ist ein sinnvolles System – aber nicht der alleinige Sicherheitsgarant. Moderne Alternativen wie WaveCel oder Koroyd bieten ebenfalls starke Schutzkonzepte. Entscheidend ist nicht das Label, sondern die Kombination aus Passform, Komfort und Sichtbarkeit.


Ein Helm, der gut sitzt und regelmässig getragen wird, ist immer die beste Wahl.


Wenn du mehr erfahren möchtest:


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