Gut sichtbar unterwegs: Warum Sichtbarkeit nicht nur Kinder betrifft
- Juergen von Swiss Kids Safety
- vor 1 Tag
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Aktualisiert: vor 4 Stunden

Sichtbarkeit im Strassenverkehr wird oft mit der dunklen Jahreszeit verbunden. Doch in Wahrheit ist sie das ganze Jahr über entscheidend — für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Besonders in der Dämmerung oder bei wechselhaftem Wetter kann schlechte Sichtbarkeit schnell gefährlich werden.
Dieser Beitrag verbindet Fakten mit persönlichen Beobachtungen. Denn Sichtbarkeit ist kein saisonales Thema, sondern eine Frage des Bewusstseins und des Selbstschutzes.
Warum Sichtbarkeit so wichtig ist
Wer gut sichtbar ist, wird früher erkannt — und das kann im Ernstfall entscheidende Sekunden bringen.
Wie weit sieht ein Autofahrer Personen bei Dunkelheit?
Offizielle Messungen zeigen grosse Unterschiede:
Dunkle Kleidung: sichtbar ab ca. 25 m
Helle Kleidung: sichtbar ab ca. 40 m
Reflektoren: sichtbar ab ca. 140 m
Reflektoren an Armen/Beinen: noch früher erkennbar, weil Bewegung auffällt
Zum Vergleich: Ein Auto mit 50 km/h legt 14 Meter pro Sekunde zurück. Das bedeutet:
Mit dunkler Kleidung hat ein Autofahrer weniger als 2 Sekunden Reaktionszeit.
Mit Reflektoren 10 Sekunden oder mehr — ein enormer Unterschied.
Auch für die BFU und den TCS ist Sichtbarkeit ein Dauerbrenner. Die Kampagne „Made Visible by TCS“ sensibilisiert genau dafür: Wie sichtbar bin ich wirklich, und was kann ich selbst tun?
Meine persönliche Beobachtung: Es fehlt an Bewusstsein
Was mich immer wieder erstaunt: Es sind nicht nur Kinder oder Teenager, die sich im Dunkeln schlecht sichtbar machen — es sind vor allem viele Erwachsene.
Ich sehe täglich Menschen, die:
komplett in Schwarz gekleidet sind
an Zebrastreifen kaum erkennbar sind
ohne reflektierende Elemente unterwegs sind
sich darauf verlassen, dass Autofahrer sie schon sehen werden
Teenager folgen oft Trends und tragen „uniform“ schwarze Jacken. Das ist nachvollziehbar. Aber dass so viele Erwachsene ebenfalls dunkel gekleidet unterwegs sind, zeigt für mich eines:
Es fehlt an Awareness.
Vielen ist nicht bewusst, wie unsichtbar sie tatsächlich sind — und dass Sichtbarkeit nichts mit Mode, sondern mit Selbstschutz zu tun hat.
Sichtbarkeit ist Selbstschutz — für alle Altersgruppen
Sichtbarkeit betrifft nicht nur Kinder oder Senioren. Es betrifft jeden, der zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist.
Erwachsene unterschätzen ihre Unsichtbarkeit
Strassenbeleuchtung reicht oft nicht aus
Dunkle Kleidung ist modisch, aber riskant
Reflektoren werden als „unnötig“ oder „uncool“ abgetan
Dabei geht es nicht um Stilfragen, sondern um Verantwortung — für sich selbst und für andere.
Warum Programme wie „Made Visible“ so wichtig sind
Der TCS setzt mit „Made Visible“ ein starkes Zeichen. Es geht nicht ums Belehren, sondern ums Bewusstmachen:
Wie früh erkennt mich ein Autofahrer?
Welche kleinen Massnahmen machen einen grossen Unterschied?
Wie kann ich mich und meine Kinder schützen?
Ich begrüsse dieses Programm sehr, weil es genau dort ansetzt, wo viele Menschen blind sind: beim eigenen Verhalten.
Was jeder sofort tun kann
1. Reflektierende oder helle Elemente tragen
Schon kleine Details erhöhen die Sichtbarkeit massiv:
Reflektorbänder
Leuchtclips
Reflektierende Rucksäcke
Jacken mit integrierten Reflektoren
2. Kindern gutes Verhalten vorleben
Kinder übernehmen, was sie sehen. Wenn Erwachsene sichtbar unterwegs sind, werden Kinder es automatisch auch.
3. Sicherheit und Mode kombinieren
Reflektierende Elemente gibt es heute modern, dezent und alltagstauglich.
4. Bewusst durch die Dämmerung gehen
Ein kurzer Blick auf die eigene Kleidung reicht oft, um zu erkennen: „Heute bin ich schwer zu sehen.“
Fazit: Sichtbarkeit beginnt im Kopf
Sichtbarkeit ist kein saisonales Thema. Sie ist eine Frage des Bewusstseins — und des Selbstschutzes.
Wenn wir als Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen, schaffen wir nicht nur Sicherheit für uns selbst, sondern auch für unsere Kinder. Genau das ist es, was Swiss Kids Safety ausmacht: Bewusstsein schaffen, Verantwortung übernehmen und Sicherheit im Alltag leben.



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