Sicher auf der Piste: Gefahren und Schutz beim Skifahren für Klein und Gross
- Juergen von Swiss Kids Safety
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Stunden

Skifahren gehört zu den beliebtesten Wintersportarten der Schweiz. Doch jedes Jahr verletzen sich tausende Menschen – und laut BFU passieren über zwei Drittel aller Skiunfälle ohne Fremdeinwirkung. Das zeigt: Vorbereitung, Eigenverantwortung und die richtige Ausrüstung sind entscheidend, besonders für Kinder.
Warum so viele Selbstunfälle passieren
Die BFU nennt mehrere Hauptursachen, die sich in der Praxis klar zeigen:
Überschätzung des eigenen Könnens
Viele fahren schneller, als sie technisch beherrschen. Gut präparierte Pisten verleiten zu mehr Tempo, als sinnvoll wäre.
Müdigkeit und nachlassende Konzentration
Am Nachmittag steigt das Unfallrisiko deutlich. Ermüdete Muskulatur und langsamere Reaktionen führen zu Kontrollverlust.
Unangepasste Geschwindigkeit
Zu schnell in Kurven, bei schlechter Sicht oder in überfüllten Bereichen – ein häufiger Auslöser für Stürze.
Technische Fehler
Verschneiden der Ski, falsche Gewichtsverlagerung oder instabile Positionen reichen aus, um zu stürzen.
Materialprobleme
Falsch eingestellte Bindungen, stumpfe Kanten oder schlecht sitzende Schuhe erhöhen das Risiko.
Mangelnde Vorbereitung und Kondition
Viele starten untrainiert in die Saison. Skivereine beginnen deshalb bewusst im Herbst mit Konditions‑ und Koordinationstraining. Eine gute Grundfitness reduziert Stürze durch Ermüdung und verbessert die Stabilität.
Gefahren speziell für Kinder
Kinder sind auf der Piste besonders gefährdet, weil sie:
weniger Kraft und Stabilität haben
Risiken schlechter einschätzen
spontan fahren und abrupt stoppen
kleiner sind und schneller übersehen werden
sich Pisten mit sehr unterschiedlichen Fahrlevels teilen
Gerade in überfüllten Skigebieten ist das eine Herausforderung.
Meine persönlichen Beobachtungen auf der Piste
In den letzten Jahren sind mir mehrere Punkte aufgefallen:
1. Überfüllte Pisten mit extrem unterschiedlichen Fahrlevels
An manchen Tagen teilen sich Anfänger, Schulklassen, Familien und sehr schnelle Fahrer dieselbe Piste. Das führt zu Stressmomenten, spontanen Ausweichmanövern und erhöhtem Kollisionsrisiko.
2. Fehlende Sicherungen an Schlüsselstellen
Vereinzelt fehlen Fangnetze oder Polsterungen an steilen Abhängen. Ein ungewolltes Verschneiden oder Ausweichmanöver kann hier schnell gefährlich werden.
3. Ungesicherte oder schlecht markierte Hindernisse
Steine, Felsen oder harte Schneekanten sind teilweise zu wenig markiert und gesichert. Gerade Kinder erkennen solche Hindernisse oft zu spät.
Rückenprotektoren: Ein Trend, der Sicherheit bringt
Was ich besonders positiv finde: Immer mehr Familien setzen auf Rückenprotektoren.
Ich habe Kleinkinder, Teenager und ganze Familien gesehen, die Protektoren tragen.
Warum dieser Trend sinnvoll ist:
moderne Protektoren sind leicht, flexibel und bequem
sie schützen Wirbelsäule und Steissbein bei Stürzen
sie schränken Kinder kaum ein
sie reduzieren Verletzungen bei Drehstürzen oder Rückwärtsstürzen
Für Kinder ist ein Protektor ein sehr sinnvoller Zusatzschutz.
Wie man das Risiko reduziert
Tempo dem Können anpassen
Regelmässige Pausen einlegen
Vorausschauend fahren und Abstand halten
Kinder begleiten und nicht unbeaufsichtigt fahren lassen
FIS‑Regeln kennen und anwenden
Vor der Saison Kondition und Stabilität trainieren
Helm und Protektor tragen
Bindungen professionell einstellen lassen
Fazit: Mit Umsicht und guter Vorbereitung sicher auf der Piste
Skifahren ist ein wunderschöner Sport – aber er verlangt Respekt, Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Die BFU‑Zahlen zeigen klar: Die meisten Unfälle passieren ohne Fremdeinwirkung. Mit der richtigen Ausrüstung, guter Fitness, Rücksichtnahme und klaren Regeln wird Skifahren zu dem, was es sein soll: ein sicherer, freudvoller Wintersport für Klein und Gross.



Kommentare