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Sicher auf der Piste: Gefahren und Schutz beim Skifahren für Klein und Gross

Aktualisiert: vor 4 Stunden


Skifahren gehört zu den beliebtesten Wintersportarten der Schweiz. Doch jedes Jahr verletzen sich tausende Menschen – und laut BFU passieren über zwei Drittel aller Skiunfälle ohne Fremdeinwirkung. Das zeigt: Vorbereitung, Eigenverantwortung und die richtige Ausrüstung sind entscheidend, besonders für Kinder.


Warum so viele Selbstunfälle passieren

Die BFU nennt mehrere Hauptursachen, die sich in der Praxis klar zeigen:


Überschätzung des eigenen Könnens

Viele fahren schneller, als sie technisch beherrschen. Gut präparierte Pisten verleiten zu mehr Tempo, als sinnvoll wäre.


Müdigkeit und nachlassende Konzentration

Am Nachmittag steigt das Unfallrisiko deutlich. Ermüdete Muskulatur und langsamere Reaktionen führen zu Kontrollverlust.


Unangepasste Geschwindigkeit

Zu schnell in Kurven, bei schlechter Sicht oder in überfüllten Bereichen – ein häufiger Auslöser für Stürze.


Technische Fehler

Verschneiden der Ski, falsche Gewichtsverlagerung oder instabile Positionen reichen aus, um zu stürzen.


Materialprobleme

Falsch eingestellte Bindungen, stumpfe Kanten oder schlecht sitzende Schuhe erhöhen das Risiko.


Mangelnde Vorbereitung und Kondition

Viele starten untrainiert in die Saison. Skivereine beginnen deshalb bewusst im Herbst mit Konditions‑ und Koordinationstraining. Eine gute Grundfitness reduziert Stürze durch Ermüdung und verbessert die Stabilität.


Gefahren speziell für Kinder

Kinder sind auf der Piste besonders gefährdet, weil sie:

  • weniger Kraft und Stabilität haben

  • Risiken schlechter einschätzen

  • spontan fahren und abrupt stoppen

  • kleiner sind und schneller übersehen werden

  • sich Pisten mit sehr unterschiedlichen Fahrlevels teilen

Gerade in überfüllten Skigebieten ist das eine Herausforderung.


Meine persönlichen Beobachtungen auf der Piste

In den letzten Jahren sind mir mehrere Punkte aufgefallen:


1. Überfüllte Pisten mit extrem unterschiedlichen Fahrlevels

An manchen Tagen teilen sich Anfänger, Schulklassen, Familien und sehr schnelle Fahrer dieselbe Piste. Das führt zu Stressmomenten, spontanen Ausweichmanövern und erhöhtem Kollisionsrisiko.


2. Fehlende Sicherungen an Schlüsselstellen

Vereinzelt fehlen Fangnetze oder Polsterungen an steilen Abhängen. Ein ungewolltes Verschneiden oder Ausweichmanöver kann hier schnell gefährlich werden.


3. Ungesicherte oder schlecht markierte Hindernisse

Steine, Felsen oder harte Schneekanten sind teilweise zu wenig markiert und gesichert. Gerade Kinder erkennen solche Hindernisse oft zu spät.


Rückenprotektoren: Ein Trend, der Sicherheit bringt

Was ich besonders positiv finde: Immer mehr Familien setzen auf Rückenprotektoren.  

Ich habe Kleinkinder, Teenager und ganze Familien gesehen, die Protektoren tragen.

Warum dieser Trend sinnvoll ist:

  • moderne Protektoren sind leicht, flexibel und bequem

  • sie schützen Wirbelsäule und Steissbein bei Stürzen

  • sie schränken Kinder kaum ein

  • sie reduzieren Verletzungen bei Drehstürzen oder Rückwärtsstürzen

Für Kinder ist ein Protektor ein sehr sinnvoller Zusatzschutz.


Wie man das Risiko reduziert

  • Tempo dem Können anpassen

  • Regelmässige Pausen einlegen

  • Vorausschauend fahren und Abstand halten

  • Kinder begleiten und nicht unbeaufsichtigt fahren lassen

  • FIS‑Regeln kennen und anwenden

  • Vor der Saison Kondition und Stabilität trainieren

  • Helm und Protektor tragen

  • Bindungen professionell einstellen lassen


Fazit: Mit Umsicht und guter Vorbereitung sicher auf der Piste

Skifahren ist ein wunderschöner Sport – aber er verlangt Respekt, Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Die BFU‑Zahlen zeigen klar: Die meisten Unfälle passieren ohne Fremdeinwirkung. Mit der richtigen Ausrüstung, guter Fitness, Rücksichtnahme und klaren Regeln wird Skifahren zu dem, was es sein soll: ein sicherer, freudvoller Wintersport für Klein und Gross.


Quellen & weiterführende Informationen

 
 
 

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